Posterous theme by Cory Watilo

Georg Mahr

Georg Mahr

communication studies in vienna
working for holzhuber @ impaction.at
fell in love with sports 25 years ago

Gedanken zum Fußball: Rapid ist nicht Mattersburg

2:1 - Sieg für Mattersburg. Was aussieht, wie ein knappes Ergebnis eines ansehnlichen Fußballspiels am Sonntagabend war vielmehr ein weiteres Beispiel dafür wie weit Anspruch und Wirklichkeit in Österreichs Fußballrealität auseinanderliegen können. 


Rapid blieb aus der letzten Saison als ein Team in Erinnerung, das mit begeisterndem Offensiv- und One-Touch-Fußball zu überzeugen wusste. Rapid spielte attraktiven Fußball. Wie man gegen so eine Fußballmannschaft dennoch gewinnen kann zeigte an diesem Sonntagabend der vermeintliche Abstiegskandidat Mattersburg.

Insgesamt 13 gelbe Karten für beide Mannschaften und zwei Ampelkarten exklusiv für Rapids Pehlivan und Maierhofer sind laut ORF Sportmoderator Michael Berger Rekordwert seit Beginn der Aufzeichnungen des ORFs über die Bundesliga. Schiedsrichter Meßner hatte die Partie trotz seiner Kartenorgie zu keinem Zeitpunkt wirklich im Griff. Das immer wieder als "Brüderduell" bezeichnete Kräftemessen zwischen Rapid und Mattersburg kommt am ehesten noch der Rivalität zwischen Romulus und Remus nahe. 

Hüben wie drüben wird jetzt darüber gerätselt wie es zu diesem inflationären Kartongebrauch kommen konnte. Die Burgnlandla, immer schon selbsternannte Opfer der österreichischen Schiedsrichter, ziehen seit Jahren ihr Spiel in der pannonischen Tiefebene immer nach dem selben Schema auf. Attackieren, Provozieren, Kämpfen. Solange und soviel nur geht. Im Kader finden sich talentierte Krätzn wie Atan, Mörz, Naumoski (derzeit nur Trainingsgast) oder bis zuletzt Kühbauer (in Fußballpension). Lässt sich der Gegner auf dieses Spiel ein geht Mattersburgs Rechnung auf und die Falle schnappt zu. Kommt daher eine eigentlich für ihr flottes, attraktives Spiel bekannte Rapidmannschaft nach Mattersburg ist klar, dass sie nicht auf spielerischem Wege bezwungen werden kann. Wenn Steffen Hofmann gefühlte 20 Mal abgeklopft wird und nicht ein einziges Mal ein Revanchefoul begeht ist ihm das hoch anzurechnen. Dass er allerdings der einzige Rapidler ist der sich im Griff hat erklärt die sieben Verwarnungen zwei Platzverweise und zwangsläufig die Niederlage für Rapid. 

Der Fehler den Rapid heute gemacht hat war Mattersburg auf Augenhöhe begegnen zu wollen. Während jeder Mattersburger weiß, wann genug provoziert wurde und wann man den Fuß dann doch einmal zurückziehen sollte, schlugen der junge Pehlivan und der heute durchgeknallte Stefan Maierhofer weit über die Stränge. Rapid besiegte sich heute selbst, indem sie vergaßen sich auf ihre eigenen Tugenden zu besinnen. Keine Spur von Laufarbeit, Teamwork und Einsatz füreinander

Das Postlerduell zwischen Lederer und Pacult entschied heute der Trainer von Mattersburg. Nicht durch einen qualitativeren Kader sondern durch intelligentere Spielanlage. Gegen Real Madrid kann man schließlich auch nicht Hollywood spielen.

TinyURL, bit.ly & Co. - Was sind URL Shortener?

Jeder von uns hat es schon einmal erlebt, wir surfen im Web herum, landen auf einer Seite deren Inhalt uns gefällt und wir wollen jemanden daran teilhaben lassen. Wir wollen der Person den Link der Seite zukommen lassen und sehen uns einem sechszeiligen Absatz mit lauter Sonderzeichen gegenüber. Das beste Beispiel dafür sind in meinen Augen ebay-Links (siehe Bild). Vor allem Twitter hat mit seinen 140-Zeichen Nachrichten dafür gesorgt, dass lange Links mit einem Workaround kurz werden müssen. URL Shortening Service ist das Stichwort. Wir lesen auf Twitter (und zunehmend auch auf anderen Seiten) keine elendslangen Links mehr, sondern URLs wie: http://tr.im/3 , http://bit.ly/1a8Loy , http://tinyurl.com/mjdho6 oder http://is.gd/1Mxqw.

Dadurch werden, vor allem auf Twitter, Zeichen gespart die mehr Platz lassen für Informationen was denn hinter dem Link steckt. Gefährlich kann es sein wenn man auf Links klickt, von denen man nicht weiß woher sie kommen. Bei shortened URLs klicke ich selten drauf, wenn sie von Fremden kommt von denen ich noch nie etwas gehört/gelesen/gesehen habe. Bei TinyURL gibt es hierfür zum Beispiel einen Preview-Link, der sich diesem Problem annimmt (siehe Bild). 

Einige URL Shortening Services bieten noch eine Menge an Zusatzfeatures an, ich will sie an dieser Stelle gar nicht aufzählen. Im Web gibt es dazu genug Informationen, zum Beispiel hier, hier und hier. Ich persönlich benutze http://bit.ly, die bieten ein Bookmarklet an (siehe Bild) mit dem ich per Lesezeichen eine Seite mit einem Mausklick kleinmachen kann. Noch dazu gibt's für eine Registrierung eine Statistik mit der Anzahl an Klicks und woher diese kommen. Soweit bin ich damit ganz zufrieden - Was benutzt ihr, habt ihr einen besseren Service für URL Shortening?

 

Meine Wünsche an Posterous

Ich nutze den Posterous Lifestream nicht so häufig, wie ich es mir anfangs vorgestellt habe. Einige kleine Dinge, die mich stören müsste Posterous noch verbessern.
  • Autopost Everywhere - Ein tolles Feature, keine Frage. Ich möchte aber auch auswählen können, ob ich einen Post vielleicht nur auf Twitter und Facebook posten möchte, aber nicht auf Flickr, weil zum Beispiel zwei Bilder drin sind, die ich in meinen Flickr Stream nicht sehen möchte. (siehe Bild)
  • Widgets - es gibt zB für Wordpress zahlreiche Widgets, die alle möglichen Funktionen ermöglichen. Posterous lebt von seiner simplen Benutzeroberfläche, dennoch könnte zB ein Twitterwidget oder flickr-Stream auf der Seite einiges dazu beitragen den Wunsch nach Customizing zu befriedigen. Zumindest ist seitens Posterous geplant, genau das in der nächsten Zukunft zu ermöglichen. (siehe Bild) 
  • Umfangreichere FAQs oder Tutorials, vielleicht liegt es auch an der Community Video-Tutorials zu kreiieren. Wäre zumindest eine Idee für verregnete Urlaubstage.
Dennoch bin ich mit Posterous sehr zufrieden. Ich siedle es irgendwo zwischen einem ausführlichen Blogpost und einem Tweet an. Diese Nische, die Posterous gefunden hat füllen sie derzeit sehr gut aus - es fehlen nur noch Kleinigkeiten zum Ausgezeichnet mit Sternchen. 

Google Chrome OS - Kanalisierung des Bösen?

Ausgehend von Gerald Reischls sonntäglichem Login und seinem Kommentar im Kurier zu Google möchte ich ein paar Worte loswerden. 
Google plant für 2010 ein eigenes Betriebssystem, namentlich Chrome OS. Seine Hauptfunktion soll darin bestehen, den User so schnell wie in keinem anderen Betriebssystem ins Internet zu bringen. Full Stop. Das ist die Schlüsselintention, die dahinter steckt. 

Reischl schreibt in seinem Kommentar:

Ab 2010 wird es ein Betriebssystem "Google Chrome OS" geben, was eine Kriegserklärung an Microsoft ist. Man attackiert den schärfsten Konkurrenten dort, wo er am erfolgreichsten war.

Nein! Es ist keine Kriegserklärung, Google will mit Chrome OS nicht Windows ersetzen. Ich glaube, dass Google eine Vorreiterrolle einnehmen will und Ideen dazu geben will, wie man den User so schnell und so lange wie möglich ins Web bringen will. Und warum ist das die Schlüsselintention?

Ben Parr schreibt auf Mashable, warum Chrome OS entwickelt wird und wie Google damit in Zukunft noch mehr Geld verdienen kann. Derzeit verdient der Suchmaschinenanbieter etwa 95% seiner Einnahmen mit Werbung. 

Getting you to spend more time on the web is why Google based its OS on Chrome. You can expect that Microsoft and Apple will incorporate the best features of Chrome OS in their future iterations.

Das ist der Punkt. Ich denke nicht, dass Google (zum jetzigen Zeitpunkt) alles daran setzen wird, bestehende Anbieter zu verdrängen und das gängigste Betriebssystem zu entwickeln. Viel mehr geht es darum, die "Konkurrenten" unter Druck zu setzen und sie dazu zu bringen den Fokus der Entwicklung eher auf webbasierte Lösungen anstatt Desktoplösungen zu setzen. Ein User, der sich am Desktop in MS Office befindet bringt Google kein Geld, so einfach ist das. 

Sich darüber zu beklagen, dass Google mit uns Geld verdient, Daten sammelt etc. wäre verfehlt. In Zeiten, in denen wir in Supermärkten bei jedem Einkauf unsere Kundenkarten vorweisen, den Firmen brav unsere Daten überreichen, daraufhin personalisierte Werbung nach Hause geschickt bekommen, muss uns klar sein, dass auch andere Firmen nach dem selben Schema Geld verdienen wollen. 

Ehrlich gesagt stehe ich von Userseite aus Supermärkten oder kleinen Handelsketten, die Kundenkarten anbieten und planmäßig ihre Mitarbeiter bespitzeln skeptischer gegenüber als Google. Wer weiß wohin meine Daten von kleinen Handelsketten verkauft werden. Um nicht in paranoider Angst vor Schädigungen zu leben, muss ich Vertrauen in die Big Player des Webs haben. Manche mögen das blauäugig finden, ich kann sie verstehen. Aber die Dienste nutzt dennoch jeder von uns. 

In einem Punkt liege ich mich mit Gerald Reischl allerdings auf einer Linie, Google müsste strenger kontrolliert oder reguliert werden. Hierbei wären supranationale Organisationen, wie es beispielsweise die EU ist, gefragt. Dass diese von Google Lobbyisten durchzogen ist und sich hierbei wohl eher als Handlanger des Suchmaschinenanbieters benimmt gibt allerdings zu Denken.

Gerald Reischls Schlusssatz

Google muss zerschlagen werden.

lässt ihn jedoch eher zu einer Art Armin Thurnher 2.0 werden.  

Posterous Bookmarklet - Digg Anything and share

Posterous erlaubt es mir aus zahlreichen Seiten, wie zB YouTube, vimeo, flickr oder qik automatisch und mit nur zwei Klicks etwas über meinen Lifestream zu sharen.

Mit dem Autopostfeature wird mein Lifestream-Post anschließend auf Twitter & Facebook gepostet. Somit können die anderen privat und für sich entscheiden, was sie sehen wollen und was nicht. Ein Service von mir für meine Freunde & Bekannten.

Damit sind die Zeiten vorbei, in denen ich Freunde & Bekannte über einen Instant Messenger anchattete und sie zwang ein Video oder einen Link anzusehen ;-)

Paradigmenwechsel - Lifestream?

Ritchie Pettauer linkte heute auf datadirt.net zu einem Blogpost von Jeremiah Owyang in dem er fragt:

Is Blogging Evolving Into Life Streams?

Es geht primär um den Wandel der Web Community, die immer größer und schnelllebiger wird, weniger Aufmerksamkeit zu spenden bereit ist und wie die Contentproduktion damit zusammenhängt. Es wird mehr und mehr Content auf allen Ebenen produziert, Text, Bild, Audio & Video. Alles verknüpft sich in den unterschiedlichsten Facetten - Multimedia ist das Resultat. Herkömmliche Blogs können dieser High-Speed Contentproduktion kaum mehr gerecht werden.

Blogger, wie Steve Rubel, von dem ich heute das erste Mal hörte, haben daher begonnen vom Blog zum Lifestream überzugehen. Sie versuchen damit anscheinend dem stetigen Happening gerecht zu werden. Mit Tools wie Posterous soll dies möglich sein. Weniger Konzentration und Zeit mit Layoutierung verschwenden - Mehr Zeit damit verbringen gehaltvolle Posts zu verfassen, um diese sofort auf allen möglichen Netzwerken, wie Twitter, Facebook, Friendfeed & Co. zu sharen, Antworten zu erhalten und für diese ebenfalls Zeit haben, um sie zu konsumieren. 

Diese Key-Features von Posterous haben es mir schwer angetan. Ich werde den Ansprüchen meines Wordpress Themes kaum gerecht, bringe zu selten neue Posts und leide unter der behäbigen Verbreitung meines Contents. Von meinem Lifestream erwarte ich mir vor allem eines - Erleichterung. Ich kann öfters Kürzeres bloggen, Themen die zu lange für einen Tweet sind, zu kurz für einen anständigen Blogpost und es dennoch wert sind kurz angesprochen zu werden. Quasi mein persönliches 140-Plus Blog

Halt, Blog? Nein, Lifestream!