Georg Mahr. Und so.
Georg Mahr

communication studies in vienna
working for holzhuber @ impaction.at
fell in love with sports 25 years ago

Twitter

Search

July 27th, 12:24am 4 comments

Gedanken zum Fußball: Rapid ist nicht Mattersburg

2:1 - Sieg für Mattersburg. Was aussieht, wie ein knappes Ergebnis eines ansehnlichen Fußballspiels am Sonntagabend war vielmehr ein weiteres Beispiel dafür wie weit Anspruch und Wirklichkeit in Österreichs Fußballrealität auseinanderliegen können. 


Rapid blieb aus der letzten Saison als ein Team in Erinnerung, das mit begeisterndem Offensiv- und One-Touch-Fußball zu überzeugen wusste. Rapid spielte attraktiven Fußball. Wie man gegen so eine Fußballmannschaft dennoch gewinnen kann zeigte an diesem Sonntagabend der vermeintliche Abstiegskandidat Mattersburg.

Insgesamt 13 gelbe Karten für beide Mannschaften und zwei Ampelkarten exklusiv für Rapids Pehlivan und Maierhofer sind laut ORF Sportmoderator Michael Berger Rekordwert seit Beginn der Aufzeichnungen des ORFs über die Bundesliga. Schiedsrichter Meßner hatte die Partie trotz seiner Kartenorgie zu keinem Zeitpunkt wirklich im Griff. Das immer wieder als "Brüderduell" bezeichnete Kräftemessen zwischen Rapid und Mattersburg kommt am ehesten noch der Rivalität zwischen Romulus und Remus nahe. 

Hüben wie drüben wird jetzt darüber gerätselt wie es zu diesem inflationären Kartongebrauch kommen konnte. Die Burgnlandla, immer schon selbsternannte Opfer der österreichischen Schiedsrichter, ziehen seit Jahren ihr Spiel in der pannonischen Tiefebene immer nach dem selben Schema auf. Attackieren, Provozieren, Kämpfen. Solange und soviel nur geht. Im Kader finden sich talentierte Krätzn wie Atan, Mörz, Naumoski (derzeit nur Trainingsgast) oder bis zuletzt Kühbauer (in Fußballpension). Lässt sich der Gegner auf dieses Spiel ein geht Mattersburgs Rechnung auf und die Falle schnappt zu. Kommt daher eine eigentlich für ihr flottes, attraktives Spiel bekannte Rapidmannschaft nach Mattersburg ist klar, dass sie nicht auf spielerischem Wege bezwungen werden kann. Wenn Steffen Hofmann gefühlte 20 Mal abgeklopft wird und nicht ein einziges Mal ein Revanchefoul begeht ist ihm das hoch anzurechnen. Dass er allerdings der einzige Rapidler ist der sich im Griff hat erklärt die sieben Verwarnungen zwei Platzverweise und zwangsläufig die Niederlage für Rapid. 

Der Fehler den Rapid heute gemacht hat war Mattersburg auf Augenhöhe begegnen zu wollen. Während jeder Mattersburger weiß, wann genug provoziert wurde und wann man den Fuß dann doch einmal zurückziehen sollte, schlugen der junge Pehlivan und der heute durchgeknallte Stefan Maierhofer weit über die Stränge. Rapid besiegte sich heute selbst, indem sie vergaßen sich auf ihre eigenen Tugenden zu besinnen. Keine Spur von Laufarbeit, Teamwork und Einsatz füreinander

Das Postlerduell zwischen Lederer und Pacult entschied heute der Trainer von Mattersburg. Nicht durch einen qualitativeren Kader sondern durch intelligentere Spielanlage. Gegen Real Madrid kann man schließlich auch nicht Hollywood spielen.
Posted